Teil einer Reiseerzählung
Der Ursprung der Langsamkeit liegt in der Schweiz – bin mit Swiss-Air geflogen – endlose Verzögerungen ! Umwege !
Wer in Brüssel zum Anschlussflug nach Athen hetzte, das war ich.
Mein Tausend-Erinnerungen-Athen !!
Airport neu: nobel – weitläufig - clean- kein rauchender Grieche, kein Lärm. Saß ich im richtigen Flugzeug ?
Ein Uniformierter weist den Weg: Dort, dort kommen die Koffer aus der Schweiz.
Das Band quietscht.
Man, sage ich laut, ganz neu und quietscht schon.
An meinem Ohr Gekeife, grell, das Gekeife einer griechischen Mama.
Diese Stimme, diese Haltung !
Nie konnte ich sie ertragen ..... und jetzt ...
ich bin tatsächlich angekommen!
Mitternacht ist vorbei.
Im Hotel warten Marie-Luise und der Nachtwächter. Schnell ist es fünf Uhr morgens mit Englisch, Griechisch, Deutsch, Bier und Bob Dylan.
Unter einer aufgeheizten Wolldecke liegt die Stadt. Sie glitzert. Licht verschluckt Schmutz, die Wärme entspannt. Es ist heiß. Dennoch werde ich hinaufsteigen zur Akropolis.
Ein Ticket, bitte.
Not possible, sorry – Streik ! –
Mein Athen !
Im Hotel ist es kühl –
Einen Espresso – parakalo
Marie-Luise duscht – sicher mit Bob –Bob ist immer dabei.
Die Zeit wird nicht lang – ich entlasse mich.
Bob Dylan ist eine ernsthafte Sache, sagt sie – wie die damals mit H. und außerdem bin ich Marlies und Bob ist mein poetischer Zug. Morgen fahren wir Schiff und unter der Dusche denke ich nicht an ihn, sagt sie.
Frühe Abfahrt von Piräus mit „Ithaki“. Koffer, wie immer, in die Pfütze rechts neben den Laderaum. Es folgt der Versuch, an Deck zu gehen. Marlies rennt.
Your ticket please !
My friend has the ticket
she is already upstairs.
Your ticket !
My friend has the ticket
and she is upstairs.
Stay here – give me your ticket !
Stay here !
O.k. – I`ll stay here for the next four hours.
Der Grieche grinst
O. k. – go
Ich setze mich in die Sonne und schreibe. Marlies sitzt sicherlich im Schatten und hört Bob Dylan.
Wasser kräuselt leicht, Strömungen spiegeln. Zwischen Meer und Horizont schweben Inseln.
Das Licht ist es, das zaubert.
Das Licht der Ägäis, das flutet und lächeln lässt.
So ein Schiff ist eine Welt.
Zu Fuß hat man keine Chance. Hat man sich verloren, läuft man im Kreis hintereinander her.
Die Chance liegt in der Rezeption.
Miss Gudru is kindly requested to come to the rezeption –
Da steht Marlies und strahlt – und nun sind wir auch gleich da. Schnell vor den Lastwagen das Schiff verlassen. Mit nassen Schuhen tappe ich vorsichtig über die bleierne Gangway . – Syros, ein Kykladentraum aus 1001ner Nacht im venezianisch-griechischen Stil. Die Menschen gezähmter als auf Naxos.
Die weißen Tauben, die die Stadt besetzen, beruhigen mich, das Lächeln der Vermieterin ist Balsam und die Sonne das Sahnehäubchen. Der Rathausplatz wird „Markusplatz“ getauft. Marlies spricht nur noch italienisch und Bob hat heute frei.
Eine Landpartie zur westlichen Küste. Die Insel ist karg. Am Marmorbruch vorbei nach „Kini“ in eine kleine Badebucht.
Marlies bleibt mit Bob auf dem Markusplatz.
Treffen am Abend. Vor der Taverne ein rotes Sofa.
Bedienung! Halloo!
Ein Mann im karierten Hemd kommt von der Hafenseite, lächelt.
What do you want ?
Fresh fruits !
Yes, yes – and you ?
A glass of wine and “nero”.
Where are you from ?
Germania .
Der Mann schmunzelt, dreht sich um, geht zurück.
Mag uns nicht, meint Marlies. Hab’ Hunger, sagt sie, steht auf.
Ich bleibe sitzen.
Mit gesenktem Kopf kommt er zurück.
I am from Norway, by boat, seine Augen blitzen.
Wir lachen !
Um sieben Uhr klingelt der Wecker. Duschen, zahlen, zum Schiff.
„High Sped No 4“, ganz neu. Sein Vorgänger „Flying Dolphin“ war nichts für defekte Bandscheiben.
Nächster Hafen, Probe.
Two tickets to Paros, parakalo.
Das Schiff gleitet – fliegt fast über das Wasser. Romantik ist nicht – high speed, high tech – Bob bleibt im Koffer.
Nachlösen bis Naxos, sagt Marlies.
We have two tickets to Paros. Now we want two tickets to Naxos.
Why ?
We test the boat !
O. k. – You have not to pay.
Naxos, Kaffeeplatz, Captains Café – erst einmal ankommen.
Begrüßung, der alte Stuhl nickt.
Zu Hause !

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